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Garküchen und Gourmet-Tempel

Reden wir über das Essen. Ich bin nunmehr seit vier Tagen hier und kann nur sagen, dass ich begeistert bin. Auch was das kulinarische Angebot betrifft.

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Hongkong ist auch kulinarisch sehr anregend.

So international wie die Menschen, die hier leben, ist auch die Küche. Insgesamt soll es in der Stadt nicht weniger als  11.000 Restaurants geben. Von Garküche bis Gourmet-Tempel ist für jeden Geschmack und in jeder Preisklasse so ziemlich alles erhältlich, was man sich nur wünschen kann. Zudem sind nahezu alle Nationalitäten mit ihren Spezialitäten vertreten. Auch die chinesischen Restaurants ist hier nach Herkunftsregionen aufgefächert, so dass Kanton-, Shanghai-, Szechuan- oder aber auch Hunan-Küche zur Auswahl stehen.

In den vergangenen Tagen habe ich einige davon kosten dürfen. Und egal wo ich gegessen habe, ob nun beim Straßenimbiss in den New Territories oder in den Restaurants von Kowloon – es waren stets Menus allerbester Qualität. Die bei vielen Touristen im Ausland üblichen Magenprobleme wegen der ungewohnten Ernährung sind sowohl bei mir und meinen Bekannten hier ausgeblieben.  Und wir haben so ziemlich alles probiert, was uns vor die Nase kam.

Manchmal waren es Gerichte, die ich mehr oder weniger nach dem Zufallsprinzip ausgewählt habe, da die Imbisse vor allem in den New Territories keine englische Karte hatten. Was genau ich dann bekommen habe, weiß ich nicht. Es war irgendein Gericht aus der klassischen chinesischer Küche mit Huhn und Gemüsesorten, dich bis dato noch nicht gesehen hatte. Gelohnt hat sich das Experiment dennoch. Es ist unglaublich spanend, ein Land  auf diese Weise kulinarisch kennenzulernen.

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Sieht komisch aus, schmeckte aber gut.

Ähnlich erging es mir mit meinem Wikipedia-Kollegen auf Hongkong Island. Dort haben wir ein indonesisches Restaurant aufgesucht, das ebenfalls keine englische Karte hatte. Dort orderte mein Freund ein Gericht mit gebratenem Tofu und Gemüse, während ich mich für eine Art Bami Goreng entschied. Spannend war dann noch die Auswahl der Getränke, die wir anhand von Fotos vornahmen. Enttäuscht wurden wir dabei nicht: Kurz darauf erhielt ich einen Milchshake, der mit Wackelpuddingstücken verziert war und nach Litschi schmeckte. Meinem Kollegen servierte die Kellnerin dagegen einen Shake mit roten Bohnen. Unglaublich, aber auch dieser schmeckte, wie übrigens auch das Essen, total gut.

An den anderen Tagen war ich noch beim Araber Kebab essen, habe beim Italiener eine Pizza zu mir genommen oder den Hunger zwischendurch mit Dim Sun bekämpft. Das sind kleine Gerichte, die meist gedämpft oder frittiert sind. Sie sind in Hongkong in unzähligen Variationen und allen Preisklassen erhältlich.

Heute Abend hatte ich eigentlich Lust auf indische Küche. Doch es sollte anders kommen. Nachdem ich eine Weile durch die Straßen gezogen war, um ein Restaurant zu finden, stand ich immer wieder vor rein chinesischen Speisekarten. Ich habe mich schließlich von einem Sikh mit Turban verleiten lassen, der vor einem  Lokal um Gäste warb.  Ich hielt das für ein untrügliches Zeichen, das gefunden zu haben, was ich suchte. Ich hätte ihn fragen sollen. Der vermeintliche Inder erwies sich nämlich als Restaurant, das nach Shanghai-Art kochte. Zudem war es nobler, als ich es mir meist wünsche. Ich entschloss mich, trotzdem zu bleiben. Insgesamt hatten sich meine Ausgaben für das leibliche Wohl in den vergangenen Tagen in Grenzen gehalten. Die meisten Läden, in denen ich war, sind für europäische Verhältnisse ziemlich günstig.

Im Shanghai-Restaurant bekam ich sofort einen Tee serviert und der Kellner war sehr bemüht, mir bei der Auswahl meiner Bestellung zu helfen. Kurz darauf serviert er mir Huhn mit getrockneten Peperoni, Pilzen und Gemüse, dazu Reis und gedämpfte Teigtaschen mit Fleischfüllung. Schon der erste Bissen entfachte ein Geschmacksfeuerwerk, das ich so in Restaurants noch nicht erlebt habe. Da werden es die heimischen Lokale ganz schön schwer haben, mich wieder für sich zu begeistern.

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