Tag der ostfriesischen Geschichte

Die Ostfriesische Landschaft und das Niedersächsische Landesarchiv  laden für kommenden Samstag, 16. November zum 14. „Tag der ostfriesischen Geschichte“. Dieser steht unter dem Motto „Grenzland – Festungsland“.

Die Festung Leerort zählt zu den bedeutendsten Stätten ostfriesischer Geschichte. Mitte des 15. Jahrhunderts errichteten die Hamburger die Anlage zum Schutz vor den Überfällen der Seeräuberan an der strategisch wichtigen Landzunge zwischen den Flüssen Leda und Ems. Dort wurde Herzog Heinrich I . von Braunschweig – Wolfenbüttel während der Belagerung der Festung im Verlauf der Sächsischen Fehde durch einen Kanonenschuss getötet und nach Abschluss des Osterhusischen Akkords wurde hier niederländisches Militär zur Sicherung der ostfriesischen Landesverfassung einquartiert. Über einen zeitraum von knapp 300 Jahren bauten ihre jeweiligen Besitzer die Anlage immer weiter aus, so dass sie schließlich die stärkste Festungsanlage Ostfrieslands war. Zum Bauensemble gehörte auch ein einst ein stattliches gräfliches Schloss, das aber 1712 abgebrochen wurde. Mit dem Einzug der Preußen verlor auch die Festung ihre Bedeutung. 1749 verkauften die neuen Besitzer die Anlage auf Abbruch. Heute sind von ihr kaum nennenswerte Reste geblieben. Es ist buchstäblich Gras über die Geschichte gewachsen.

Änlich verhält es sich mit der am an der südlichen Grenze der ehemaligen Grafschaft gelegenen Dieler Schanze. Sie bestand zu ihrer Blütezeit aus einer Hauptschanze und mehreren kleineren Anlagen, die sich auf einer Strecke von zwei Kilometern ausdehnten. Die Hauptschanze selbst war mit einem doppelten Erdwall und einem Graben umgeben und über eine Zugbrücke an ihrer Nordwestseite zugänglich. Der innere Teil der Schanze war zudem mit einer Mauer geschützt, die an vier Ecken von Türmen begrenzt wurde. Zum Verteidigungskonzept gehörten zudem zwei Schleusen, mit denen die in der Festung stationierten Soldaten das umliegende Land gezielt überfluten konnten. Nach teilweise heftigen Gefechten wurde die Schanze 1672 geschleift. Das Areal wird heute landwirtschaftlich genutzt und ist mit Gras und Büschen bewachsen.

Im den vergangenen Jahren ließ die Ostfriesischen Landschaft beide Anlagen archäologisch untersuchen. Unter dem Titel „‚Grenzland – Festungsland´ – Neue archäologische Forschungsergebnisse zum ostfriesischen Festungsbau am Beispiel von Diele und Leerort“ stellt Dr. Andreas Hüser die Ergebnisse der Kampagne vor. Wie gewohnt soll der Tag der ostfriesischen Geschichte zudem Möglichkeiten zum Gespräch geben und als Informationsbörse dienen. So haben die Teilnhemer die Gelegenheit, im Eigenverlag publizierte Bücher und Broschüren anzubieten und Faltblätter auszulegen.

Programm:

  • 10.00 Uhr Begrüßung im Landschaftsforum durch den Landschaftsdirektor Dr. Rolf Bärenfänger
  • Anschließend Vortrag von Dr. Andreas Hüser (Ostfriesische Landschaft): ‚Grenzland – Festungsland´ – Neue archäologische Forschungsergebnisse zum ostfriesischen Festungsbau am Beispiel von Diele und Leerort
  • 11.00 Uhr Kaffee-/ Teepause
  • 11.30 Uhr Gesprächsrunde:  Neues aus Wissenschaft und Forschung zur ostfriesischen Geschichte. Berichte der Teilnehmer über eigene Forschungsinteressen und -vorhaben. Bericht und Moderation: Dr. Paul Weßels, Prof. Dr. Bernhard Parisius
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Matthias Süßen Verfasst von:

Matthias Süßen arbeitet als freier Journalist, Blogger und Trainer. Er berät Medienunternehmen und wissenschaftliche Institutionen im Bereich Social Media, Mobile Reporting, Online- und Videojournalismus. Hier bloggt er zu seinen persönlichen Interessengebieten Fotografie, Reisen, Wissenschaft und Technik, Online-Journalismus sowie zu Themen der Lokalgeschichte Ostfrieslands.

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