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Texten fürs Web und Suchmaschinenoptimierung (SEO) für Redakteure (Teil 1)

Wir alle schreiben, damit wir gelesen werden. Wie aber können wir dafür sorgen, dass die Leser uns finden? Und wie sollen wir die durchschnittliche Verweildauer von Besuchern auf mehr als zehn Sekunden erhöhen? Eine Kombination aus Suchmaschineoptimierung (SEO) und guten Texten fürs Web ist die Antwort.

SEO im Text

Die in Deutschland und Europa wichtigste Suchmaschine ist Google. Daher können wir uns auch auf diese konzentrieren. Einen ersten Überblick über die Möglichkeiten, seine Seite im Ranking weiter oben zu platzieren, gibt Google in den „Richtlinien für Webmaster“

1. Schreibt Euren eigenen Text.

Verabschiedet Euch (falls Ihr es nicht längst getan habt, von dem Gedanken, auch nur einzelne Abschnitte aus dem Netz zu kopieren. Google kennt mit Sicherheit das Original (sonst hättet Ihr es ja auch nicht gefunden) und bestraft das Plagiat mit einer schlechten Platzierung.

2. Nutzt Schlüsselwörter (Keywords)

Google zeigt zu jedem Suchbegriff verwandte Suchanfragen.
Google zeigt zu jedem Suchbegriff verwandte Suchanfragen.

Als Metatags sind diese zwar schon seit Jahren nicht mehr Suchmaschinenrelevant. Google beispielsweise ignoriert sie seit mindestens 2012. Dennoch rate ich dazu, sie nach dem Verfassen eines Artikels zu vergeben. Manchmal stellt man dabei fest, dass die gewünschten Schlüsselbegriffe gar nicht im Text auftauchen. Dann sollte der Artikel nochmals überarbeitet werden. Zudem solltet Ihr eure Zielgruppe kennen, wissen, wonach sie sucht und danach Eure Schlüsselbegriffe generieren.

Hilfen zur Findung von Keywords und verwandten Suchbegriffen liefert Google schon in der ganz allgemeinen Suche. Dort zeigt die Suchmaschine zu jedem Suchbegriff verwandte Anfragen.

Weitere Anhaltspunkte liefert auch Google Trends. Die Seite listet die derzeit häufigsten Suchanfrangen an und zeigt zudem zu jedem beliebigen Begriff, wann er am häufigsten gesucht wird, wo das Interesse am größten ist, welche Suchanfragen verwandt sind und welche am stärksten nachgefragt werden.

Bei den Keywords dürft ihr inzwischen auch etwas kreativer sein. Google versteht Synonyme, Pluralformen u.s.w. inzwischen ganz gut und weiß, welche Keywords thematisch zusammengehören. Wenn ihr also einen Text über bspw. Hamburger schreibt solltet ihr es vermeiden, Euer Hauptsuchwort ständig zu wiederholen. Der Text wird es Euch danken und der Leser sowieso.

Allerdings ist es für Euch relevant, ob es regionale Unterschiede bei Begriffen gibt. So ist beispielsweise der Berliner in Berlin kein in heißem Fett ausgebackener, marmeladengefüllter süßer Hefeteig.

Auch solltet ihr schauen, ob Fachbegriffe oder die umgangssprachliche Bezeichnung häufiger gesucht werden. Bei all dem helfen Google Trends oder der Keyword-Planer von Google AdWords (um diesen nutzen zu können, braucht ihr allerdings ein Gmail-Konto).

3. Platziert Eure Keywords an den richtigen Stellen

Google denkt hierarchisch und versteht HTML. Mit dem geschriebenen Text kann die Suchmaschine abgesehen vom oben erwähnten recht wenig anfangen. Deshalb ist es wichtig, ein wenig HTML zu können, um zu begreifen, wie Google vorgeht und den Inhalt bewertet. Die wichtigsten Positionen für Keywords sind in dieser Reihenfolge:

  1. Im Seitentitel (also das, was im HTML Code zwischen <title> und </title> steht.)
  2. In der Hauptüberschrift (also das, was im HTML Code zwischen <h1> und </h1> steht.)
  3. In der URL. Internetadressen wie http://www.meineseite.de/index.php?p=132 bis vor kurzem noch gang und gäbe bei den meisten Content Management Systemen (CMS). Das Problem: Niemand versteht sie. Auch Google nicht. Die Suchmaschine kann die Seite daher nicht richtig verarbeiten und listet sie dementsprechend „unter ferner liefen“. Glücklicherweise produzieren die meisten CMS inzwischen Suchmaschinenfreundliche Adressen. WordPress beispielsweise generiert die URL, den Seitentitel eines Artikels aus der <h1>, also der Hauptüberschrift.
  4. In den Zwischenüberschriften. Die <h1> solltet ihr nur einmal für die Hauptüberschrift vergeben. Von <h2> bis <h6> habt ihr aber genügend Gestaltungspielraum.
  5. Im Ankertext von externen und internen Links (also das, was zwischen <a> und </a> steht. An dieser Stelle solltet ihr also aussagefähige Begriffe verwenden. Beipielsweise <a href=“http://matthias-suessen.de/2015/07/kostenlose-software-fuer-journalisten/“>Kostenlose Software für Journalisten</a>.
  6. Im Vorspann
  7. Im Artikeltext. Gefetteten Textpassagen oder Wörtern misst die Suchmaschine dabei eine größere Bedeutung zu. Hier ist also ein weiterer Platz, um Keywörter zu platzieren. Dabei aber immer auf die Lesbarkeit achten. Extreme Keyword-Dichte ist out und wird von Google bestraft.

4. Interne und Externe Links setzen bzw. dafür sorgen, dass jemand Eure Inhalte verlinkt

Wann immer möglich, solltet ihr auf eigene Inhalte verweisen. Das hilft nicht nur dem Leser, weitere interessante Inhalte zu finden. Auch der Googlebot-Crawler folgt den Links bei der Indizierung von Seiten. Externe Links auf Eure Seite steigern zudem das Interesse von Google.

SEO bei Dateien

Google ist blind und taub. Die Suchmaschine kann daher nicht direkt erfassen, wass auf Euren Bildern, Videos, Ausiodateien zu sehen oder zu hören ist. Deshalb müssen wir es ihr erklären. Die wichtigsten Maßnahmen dafür sind:

1. Aussagekräftige Dateinamen

Dateinamen wie IMG_8427.jpg ist das eher subotimal. Besser ist es, schon im Dateinamen anzugene, was auf dem Bild oder Video zu sehen oder zu hören ist. Dabei solltet Ihr allerdings Umlaute und Sonderzeichen vermeiden. So, wie es die Kollegen von Radio Bremen bei diesem Foto von mir getan haben: matthias-suessen100_v-content16x9.jpg.

2. Achtet auf die Dateigröße

Unnötig große Dateien verlängern die Ladezeit Eurer Seite. Das nervt nicht nur viele Leser mit langsamen Internetverbindungen oder Volumentarifen. Auch Google mag übertrieben große Bilder nicht. Als Richtwert empfehle ich maximal 1 MB große Bilddateien. Das reicht für die allermeisten Zwecke im Web völlig aus.

3. Nutzt die Möglichkeiten Eures CMS

Titel, Alt-Text, eine Bildunterschrift (BU) und eine Beschreibung können in WordPress beim Dateiupload vergeben werden.

Weitere Hilfen, zu erkennen, was auf Eurem Bild zu sehen ist, könnt Ihr Google über Euer CMS geben. Dort lassen sich in der Regel

Der Alt-Text ist auch für die barrierefreihe Nutzbarkeit Eurer Seite wichtig, da Menschen mit Sehschwächen ihn von ihrem Screenreader vorgelesen bekommen. Die BU ist das, was jeder Besucher Eurer Seite zu sehen bekommt und mit der Description könnt Ihr ausführlicher beschreiben, was auf Eurem Bild zu sehen ist. All diese Informationen, die der Leser – abgesehen von der BU – normalerweise nicht sieht, verknüpft Google und errechnet daraus die Relevanz des Bildes.

SEO mit dem CMS

Meist haben einfache Redakteure keinen Zugriff auf die Einstellungen des CMS ihres Verlagshauses. Blogger hingegen schon. Deshalb hier noch zwei Tipps, um das Suchmaschinenranking Eurer Seite zu verbessern.

1. Schreibt eine aussagefähige Beschreibung (Description) Eurer Seite und zu den Kategorien

Google schreibt dazu:

Dieses Tag bietet eine kurze Beschreibung der Seite. Manchmal wird diese Beschreibung als Teil des Snippets verwendet, das in den Suchergebnissen angezeigt wird.

WordPress generiert die Description aus Eurem Inhalt. Bei den Artikeln werden beispielsweise die ersten Zeilen genommen. Das ist nicht immer optimal. Ändern kann man das mit dem WordPress SEO plugin von Yoast. Einmal installiert lassen sich für jede Seite sowie für jeden einzelnen Beitrag eine Meta Description hinterlegen. Das freut Google.

2. Sorgt dafür, dass es von Eurer Seite auch eine für Smartphones optimierte Version gibt

Google hat seinen Algorithmus überarbeitet. Seither listet die Suchmaschine Seiten, die nicht für kleine Bildschirme optimiert sind, in der mobilen Suche automatisch weit unten in den Ergebnissen.

Lest im zweiten Teil: Die Zehn Grundregeln für gute Texte im Netz

Bildnachweis: Das Artikelbild SEO-image-large.png ist von Victor othugadi (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

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