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Von Wortwolken und Worthülsen

Wortwolken sind toll. Je nach Häufigkeit im Text stellen heben sie Wörter durch eine größere Schrift, wechselnde Farben oder eine Mischung aus horizontaler und vertikaler Ausrichtung hervor. Sie eignen sich beispielsweise dazu, die seitenlangen Wahlprogramme der einzelnen Parteien im Vorfeld von Wahlen grafisch anschaulich darzustellen. Eine interessante Anwendung ist die Floskelwolke von Udo Stiehl und Sebastian Pertsch. Die Seite listet abgedroschene, aber dennoch häufig verwendete Phrasen aus den Medien auf und erklärt, was sie eigentlich bedeuten.

Es ist wirklich leicht, eine simple Wortwolke zu erstellen. Alles, was man dazu benötigt ist wordle.

Beitragsbild: Screenshot wordle

Einziger Nachteil: Wordle benötigt Java. Aber: „Wegen bekannter Sicherheitsprobleme des Java-Plugins startet Firefox das Plugin nicht mehr automatisch.“ Man muss es daher vor dem Start von Wordle freischalten. Der Rest ist kinderleicht.

Die Kurzanleitung für wordle:

  1. Ruft die Seite www.wordle.net auf
  2. Klickt „Create Your own“
  3. Im folgenden Fenster gibt es zwei Felder, in die ihr entweder einen Text kopieren könnt oder eine Internetadresse angeben könnt. Ich empfehle, den Text in das Formularfeld einzufügen. So habt ihr mehr Kontrolle, was ausgelesen wird. Außerdem kommt man so schneller zum Ziel.
  4. Klickt „Go“ oder „Submit“
  5. Nach kurzer Zeit erhaltet ihr Eure Wortwolke, die ihr als pdf exportieren (über den „Print“-Dialog) oder als png („Save as PNG) herunterladen könnt.
  6. Dieses Bild könnt ihr nun in den gewünschten Beitrag Eures Blogs einbinden.
  7. Anschließend aktualisiert bzw. speichert ihr den Beitrag.
Bild: Screenshot wordle

Die grafische Aufbereitung:

Wordle liefert zunächst ein zufälliges Layout. Dieses lässt sich über die Menüpunkte über der Wortwolke anpassen. Mit dem Punkt „Language“ könnt ihr Einfluss auf die Groß- und Kleinschreibung nehmen oder die häufigsten Worte einer Sprache entfernen. Zudem lässt sich unter diesem Punkt auch die absolute Häufigkeit der Wörter in Zahlen anzeigen. Über den Punkt „Font“ könnt ihr die Schriftart verändern. Die Auswahl ist beschränkt, aber ausreichend. Mit „Layout“ verändert ihr die Form und über den letzten Punkt „Color“ legt Ihr die Farben der Wortwolke fest.

Anwendungsbeispiele:

Die Kosten:

Wordle ist kostenlos.

Die Alternativen:

  • Eine nette Alternative zu Wordle ist wordclouds. Es kommt ohne Java aus und ist ebenfalls kostenlos.
  • Mit tagxedo.com lassen sich Wortwolken in beliebigen Formen erstellen, also Beispielsweise mit den Umrissen von Hamburg. Allerdings besteht keine Möglichkeit, häufig genutzte Wörter in verschiedenen Sprachen herauszufiltern. Zudem muss für die Nutzung von tagxedo Microsoft Silverlight auf dem Rechner installiert sein.
  • Mit Tagul lassen sich ebenfalls Wortwolken in beliebigen Formen erstellen und entweder als Grafik oder per embed-Code in die Seite inbinden. Dafür muss man sich allerdings registrieren und nur die nicht-kommerzielle Nutzung ist kostenlos.
  • Weitere, in ihrem Funktionsumfang mit Wordle vergleichbare Alternativen finden sich hier.

Dieser Artikel ist Teil des Praxisworkshops: Onlinetools für Journalisten. Die weiteren Folgen:

Teil 1: Interaktive Karten mit My Maps von google oder uMap erstellen.

Teil 2: Daten auf Karten visualisieren mit CartoDB.

Teil 3: Bilder mit Genial.ly oder Thinglink zum Sprechen bringen.

Teil 4: Interaktive Infografiken mit Infogr.am erstellten.

Teil 5: Vorher-Nachher-Fotos mit JuxtaposeJS gestalten.

Teil 6: Grafiken aller Art online mit Canva produzieren.

Teil 7: Echtzeitstatistiken mit Infogrfx.

Teil 8: Wortwolken mit Wordle generieren.

Teil 9: Zeitleisten mit Line, TimelineJS und StorymapJS erstellen.

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