Stell dir vor, du fragst jemanden nach etwas, das er nicht weiß. Doch statt offen zuzugeben, dass er keine Ahnung hat, bekommst du eine absolut selbstbewusste Antwort von ihm, die klingt, als würde ein Experte sprechen. Genau so verhalten sich Sprachmodelle, die oft verkürzt als „künstliche Intelligenz“ (KI) bezeichnet werden. Sie wirken souverän, klingen überzeugt und liefern dir eine Erklärung, obwohl sie im Grunde völlig im Dunkeln tappen. Warum das so ist, erfährst du in diesem Artikel.
Mehr über „Die KI weiß nicht, dass sie nichts weiß“ LesenKünstliche Intelligenz (KI) datenschutzfreundlich nutzen
Künstliche Intelligenz ist längst im journalistischen, wissenschaftlichen und kreativen Alltag angekommen. Das Zusammenfassen von Texten, das Transkribieren von Interviews, das Durchsuchen großer Datenmengen oder das Generieren von Bildern oder Videos geht heute mithilfe künstlicher Assistenten schneller und oft besser als noch vor wenigen Jahren. Dabei stellt sich jedoch oft die Frage: Wie lässt sich der Einsatz von KI-Tools mit Datenschutz, Quellenschutz und DSGVO vereinbaren? Die ehrliche Antwort lautet: nur sehr schwer – solange man auf Online-Dienste setzt. Aber es gibt einfache Lösungen, die ich in diesem Beitrag vorstelle.
Mehr über „Künstliche Intelligenz (KI) datenschutzfreundlich nutzen“ LesenAudiodateien datenschutzfreundlich (und kostenlos) von KI transkribieren lassen mit noScribe
KI-Tools sind in vielen Bereichen sehr hilfreich. Sie erleichtern Recherche, Textarbeit oder Transkription enorm. Problematisch wird es jedoch, wenn sensible Daten dabei über Cloud-Dienste laufen und/oder in Nicht-EU-Staaten übertragen werden. Insbesondere bei Interviews, Zeitzeugengesprächen oder vertraulichen Forschungsdaten ist der Datenschutz entscheidend. Genau hier setzt noScribe an: ein Tool, das Audio- oder Videomaterial lokal auf dem eigenen Rechner transkribiert, ohne dass dabei Daten an Dritte übermittelt werden.
Mehr über „Audiodateien datenschutzfreundlich (und kostenlos) von KI transkribieren lassen mit noScribe“ LesenPodcast-Erstellung mit KI: Google NotebookLM Schritt für Schritt erklärt
Immer wieder stoße ich bei der Recherche nach KI-Werkzeugen auf spannende Projekte. Unter dem unscheinbaren Namen Notebook LM hat Google ein Tool entwickelt, dass vollautomatisch einen Podcast erstellt, in dem sich mehrere Personen über einen von dir vorgegebenen Text unterhalten. Klingt verrückt, ist aber mit Künstlicher Intelligenz möglich. Nach Angaben von Google ist das derzeit nur auf Englisch möglich. Mit einem Extraprompt kannst du den Podcast aber auch auf Deutsch erstellen lassen.
Mehr über „Podcast-Erstellung mit KI: Google NotebookLM Schritt für Schritt erklärt“ LesenFakt oder Fiktion? Wie du Falschinformationen erkennst
In der heutigen digitalen Welt ist es wichtiger denn je, Informationen kritisch zu hinterfragen. Gerade soziale Netzwerke sind voller Falschinformationen. Manchmal passiert dies durch Unwissenheit, manchmal aus voller Absicht. Und das wird durch die neuen Möglichkeiten, die uns die künstliche Intelligenz eröffnet, sicher nicht besser werden. Nachdem ich dir im vorherigen Beitrag gezeigt habe, wie du in sozialen Netzwerken recherchierst, gebe ich dir heute 10Tipps, wie du Falschinformationen entlarven kannst.
Mehr über „Fakt oder Fiktion? Wie du Falschinformationen erkennst“ LesenRecherche in sozialen Netzwerken mit Suchoperatoren von Google
Soziale Netzwerke sind wertvolle Quellen für aktuelle Informationen, Trends und Meinungsbilder. Oft sind die internen Suchfunktionen jedoch unzureichend oder umständlich zu bedienen. Daher setze ich zusätzlich oft auf den Einsatz externer Suchmaschinen. In diesem Artikel erkläre ich dir, wie ich vorgehe.
Google eignet sich mit speziellen Suchoperatoren oft viel besser dazu, gezielt Inhalte aus sozialen Netzwerken zu finden. Das können natürlich auch andere Suchmaschinen. Die entsprechenden Suchoperatoren für Bing findest du auf dieser Seite.
Was sind Suchoperatoren?
Klingt erstmal furchtbar technisch, ist aber im Grunde genommen ganz einfach: Mit Suchoperatoren lassen sich beispielsweise bestimmte Webseiten durchsuchen, unerwünschte Begriffe ausschließen oder exakte Wortgruppen finden. Dazu ergänzt du deine Suchbegriffe gezielt um Befehle oder Zeichenfolgen für die Suchmaschine, die sogenannten Suchoperatoren. Durch die Kombination von dieser Suchoperatoren kannst du die Recherche erheblich verfeinern und präzisieren. Am einfachsten erklärt sich das an konkreten Beispielen. Wagen wir also den Sprung ins kalte Wasser.
Grundlegende Google-Suchoperatoren
Bevor wir uns spezifischen Operatoren für soziale Netzwerke widmen, hier einige allgemeine Suchoperatoren:
- site: Beschränkt die Suche auf eine bestimmte Website.
- Beispiel:
site:twitter.com Klimawandel
- Beispiel:
- inurl: Sucht nach URLs, die bestimmte Begriffe enthalten.
- Beispiel:
inurl:facebook.com/groups Klimaschutz
- Beispiel:
- „“ (Anführungszeichen): Sucht nach genau diesem Text bzw. dieser Wortgruppe/ Phrase:
- Beispiel:
"neue Studie zum Klimawandel"
- Beispiel:
- OR: Sucht nach einem von mehreren Begriffen.
- Beispiel:
Elektroauto OR Wasserstoffauto
- Beispiel:
- – (Minuszeichen): Schließt Begriffe aus der Suche aus.
- Beispiel:
Elektroauto -Tesla
- Beispiel:
- intitle: Sucht in Titeln von Webseiten nach Begriffen.
- Beispiel:
intitle:„Klimawandel“ site:twitter.com
- Beispiel:
Recherche in den einzelnen sozialen Netzwerken
Die Recherche auf Facebook
Da viele Inhalte auf Facebook privat sind, sind nicht alle Posts über Google auffindbar. Dennoch sind öffentliche Gruppen, Seiten und Beiträge durchsuchbar.
Suchoperatoren für Facebook:
- Öffentliche Gruppen zu einem Thema:
site:facebook.com/groups „Zero Waste“
- Sucht auf einer Facebook Seite nach einem bestimmten Begriff:
site:facebook.com/[Seitenname] „Nachhaltigkeit“
- Veranstaltungen finden:
site:facebook.com/events „Umweltschutz“
Suchen auf Instagram
Auch bei Instagram nutze ich gerne Suchmaschinen wie Google. Sie liefern mir oft bessere Ergebnisse als die interne Suche.
Beispiele:
- Sucht nach Profilen und Posts, die den Schlüsselbegriff enthalten:
site:instagram.com „Fotografie“
- Hashtags gezielt suchen:
site:instagram.com/explore/tags/foodphotography
Die Suche auf X/Twitter
X stellt eine erweiterte Suchfunktion bereit. Sie ist gut und eignet sich vor allem zur Recherche von älteren Tweets. Da X (ehemals Twitter) eine riesige Menge an Echtzeitinformationen bereitstellt, liefert die Google-Suche oft bessere Ergebnisse als die interne Suche.
Suchoperatoren für Twitter:
- Tweets über ein Thema:
site:twitter.com „Klimawandel“
- Tweets eines bestimmten Nutzers:
site:twitter.com/username
- Hashtags gezielt suchen:
site:twitter.com #Nachhaltigkeit
- Exakte Phrasen in Tweets suchen:
site:twitter.com „erneuerbare Energien“
LinkedIN war lange der schlafende Riese unter den Sozialen Netzwerken. Nach Verwerfungen bei X/Twitter und anderen sozialen Netzwerken erwacht das berufliche Netzwerk so langsam aus seinem Dämmerzustand. Das kannst du gezielt nutzen, um nach Experten, Artikeln oder Jobs zu suchen.
Beispiele:
- Sucht auf LinkedIn nach Profilen mit bestimmten Keywords:
site:linkedin.com/in „Data Scientist“
- Sucht auf LinkedIn nach Unternehmensseiten:
site:linkedin.com/company Tesla
- Sucht auf LinkedIn nach Artikeln zum Thema:
site:linkedin.com/pulse „Künstliche Intelligenz“
YouTube
Google ist der Eigentümer von Youtube. Daher hat die Suchmaschine einen leichten Zugang zur Videoplattform und hat viele ihrer Inhalte indexiert. Das erleichtert die gezielte Suche nach Videos und Kanälen.
Beispiele:
- Videos zu einem Thema:
site:youtube.com „Smartphone-Videografie“
- Bestimmte Kanäle durchsuchen:
site:youtube.com/c/[Kanalname] „KI“
Die Nutzung von Google-Suchoperatoren für soziale Netzwerke spart Zeit und liefert gezieltere Ergebnisse als die oft eingeschränkten internen Suchfunktionen der Plattformen. Probier es einmal aus.
Wozu das Ganze?
Gute Frage. Zugegeben: In sozialen Netzwerken steht viel Quatsch. Daher sind die Suchergebnisse stets mit Vorsicht zu genießen und gerade extrem schräg erscheinende Posts unbedingt einem Faktencheck zu unterziehen. In diesem Beitrag gebe ich dir dafür zehn Tipps.
Aber auch die gezielte Suche nach dem Ursprung von Falschinformationen und Hoaxes hat in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Darüber hinaus haben sich Soziale Netzwerke längst zu unverzichtbaren Recherche-Instrumenten entwickelt. Schnell bekommst du dort einen umfassenden Einblick in aktuelle Themen, Meinungen und Trends. Sie bieten gerade bei aktuellen Ereignissen eine unglaubliche Aktualität und Schnelligkeit bei der Informationsvermittlung, die traditionelle Medien oft nicht leisten können. Experten, Institutionen und Privatpersonen teilen hier zeitnah ihre Erkenntnisse, Erfahrungen und Perspektiven.
Aber Facebook, Instagram, TikTok und Co. bieten dir nicht nur einen Zugang zu unzähligen Informationsquellen, sondern bieten dir auch eine direkte Kontaktmöglichkeit mit Fachleuten und Influencern. Für Unternehmen, Wissenschaftler und Journalisten sind soziale Medien heute eine zentrale Recherchequelle zur Marktbeobachtung, Meinungsanalyse und Trendforschung. Wichtig ist dabei, und da wiederhole ich mich gerne stets eine kritische Bewertung der Inhalte. Aber auch beim Faktencheck können Suchmaschinen sehr hilfreich sein. Da helfen Bing, Google und Co. Eine spezielle Suchmaschine für Soziale Netzwerke ist der Social Searcher, über den ich vor Jahren schon einmal geschrieben habe.
Wir basteln einen Antwortbot: E-Mails halbautomatisch mit ChatGPT und einem Kurzbefehl beantworten
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Mehr über „Wie man gute Prompts für DALL-E und andere KI-Bildgeneratoren schreibt: Eine Anleitung“ LesenKI-Tools für den wissenschaftlichen Arbeitsalltag – Unverzichtbare Helferlein
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