Teil 5: Grundlegende Interviewtechniken für Smartphonefilmer

Interviews sind die Königsdisziplin des Journalismus. Sie erfordern eine intensive Vorbereitung und gerade für beim Filmen von Interviews gibt es einige (leicht zu lernende) Grundregeln zu beachten. Welche diese Sind, zeige ich in diesem Beitrag.

Titelbild: Michael Pattinson, Gemeinfrei


Interviews führt man am besten auf Augenhöhe. Bild: Cayambe, Quito San Francisco Interview RTU 2010, CC BY-SA 3.0
Interviews führt man am besten auf Augenhöhe. Bild: Cayambe, Quito San Francisco Interview RTU 2010, CC BY-SA 3.0
  1. Wenn Du jemanden filmen möchtest, frage ihn bevor Du mit der Aufnahme beginnst immer nach seiner Erlaubnis und/oder einer Drehgenehmigung. Falls jemand ablehnend reagiert, respektiere seine Entscheidung. Falls Du rechtlich ganz sicher gehen willst, schließe mit Deinem Interviewpartner einen Vertrag ab. Ein Muster findest Du hier.
  2. Informiere Dich über den Ort des Interviews, wie Du dorthin kommst und wie lange Du braucht, um anzureisen. Sei pünktlich.
  3. Überlege, welche Hintergründe sich für das Interview eignen. Halte Ausschau nach thematisch passenden und spannenden Hintergründen. Ungeeignet sind weiße Wände und andere helle Hintergründe wie weiße Fenster, da sie zu Belichtungsproblemen führen.
  4. Dein Interviewpartner soll Dich während des Gesprächs ansehen und nicht in die Kamera gucken. Also platziere die Kamera an Deiner Schulter.
  5. Halte die Kamera auf Augenhöhe.
  6. Fokussiere auf das Gesicht (die Augen) Deines Interviewpartners und fixiere den Fokus.
  7. Überprüfe, ob das Mikrophon ordentlich funktioniert.
  8. Vermeide laute Hintergrundgeräusche. Startende Flugzeuge, plötzlich vorbeirauschende Bahnen, Durchsagen und Musik im Einkaufszentrum, das Geräusch einer anlaufenden Klimaanlage oder einer Computerlüftung haben schon viele Interviews versaut.
  9. Sorge dafür, dass sich Dein Interviewpartner wohlfühlt. Gut ist es, bereits einige Minuten vor und nach dem Interview mit ihm zu sprechen.
  10. Stelle offene Fragen. Geschlossene Fragen, die mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden können, sind für den Betrachter äußerst langweilig, da sie kaum Informationen von Wert enthalten. Besser ist es, offene Fragen zu stellen. Auch hierbei sind die fünf Journalistischen-W-Fragen hilfreich.

Nachdem nun auch das Interview im Kasten ist, können wir im sechsten Teil des Praxisworkshops „Filmen mit dem Smartphone“ mit dem Schnitt beginnen.

Dieser Artikel ist Teil des Praxisworkshops: Filmen mit dem Smartphone. Die weiteren Folgen:

Teil 1: Die besten Apps zum Schneiden und Filmen mit dem Smartphone

Teil 2: Die Grundausstattung für Smartphonefilmer

Teil 3: Goldene Regeln für gutes Filmen

Teil 4: Filmen nach Michael Rosenblums „Five-Shot-Methode“

Teil 5: Grundlegende Interviewtechniken für Smartphonefilmer

Teil 6: Videoschnitt auf dem Smartphone

Teil 7: Der erste eigene Dokumentarfilm

Teil 8: Weitere Informationen: Linkempfehlungen für Smartphonefilmer

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Matthias Süßen Verfasst von:

Matthias Süßen arbeitet als freier Journalist, Blogger und Trainer. Er berät Medienunternehmen und wissenschaftliche Institutionen im Bereich Social Media, Mobile Reporting, Online- und Videojournalismus. Hier bloggt er zu seinen persönlichen Interessengebieten Fotografie, Reisen, Wissenschaft und Technik, Online-Journalismus sowie zu Themen der Lokalgeschichte Ostfrieslands.

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