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Die Discobusse und Musiktaxen von Suva

Die Busse von Suva folgen keinen Fahrplänen. Sie kommen einfach.

Die einfachste Form, um sich durch Suva zu bewegen, ist sicherlich das Taxi. Es gibt davon unzählige auf den Straßen und die Fahrt ist so günstig, dass es sich für viele Einheimische kaum lohnt, ein eigenes Auto zu besitzen. Noch günstiger ist es mit dem Bus. Fahrscheine kosten zwischen 70 Cent und 1,50 Fidschi-Dollar. Umgerechnet in Euro sind das zwischen 35 und 75 Cent. Für welches Verkehrsmittel man sich auch immer entscheidet: Die Fahrt wird auf jeden Fall zu einem ohrenbetäubenden Erlebnis.Dabei ist festzustellen, das die Taxi-Branche offenbar fest in den Händer der Fidschi-Hindus ist. Dementsprechend werden Fahrgäste in den Fahrzeugen meist mit Bollywood-Musik beschallt. Interessant ist es auch, vom Fahrer immer nach dem Weg gefragt zu werden, den er fahren soll.

Auf jeder Seite des Busses gibt es zwei bis drei Sitzplätze. Ein kräftiger Zug an der gespannten Leine signalisiert den Haltewunsch.
Auf jeder Seite des Busses gibt es zwei bis drei Sitzplätze. Ein kräftiger Zug an der gespannten Leine signalisiert den Haltewunsch.

Noch aufregender ist die Fahrt mit dem Bus. Haltestellen gibt es gefühlt alle 50 Meter. Fahrpläne sucht man dagegen vergeblich. Es gibt schlichtweg keine. Man stellt sich an die Straße und wartet so lange, bis ein Bus ankommt.

Besonders aufmerksam muss man dafür nicht sein, da sich die Gefährte meist schon aus großer Entfernung mit lauter Musik akkustisch ankündigen. Und da bei den Busfahrern Mitglieder der ursprünglichen fidschianischen Bevölkerung dominieren, sind es vornehmlich südpazifische Klänge, die laut aus den Boxen wummern. Musik, die wohl eng mit dem Reggae verwand ist. Besonders eindrucksvoll ist dies am Busbahnhof von Suva, wenn mehrere Fahrzeuge nebeneinanderstehen und sich die Beschallung zu einem merkwürdigen Klangbrei vereint.

Auch sonst unterscheiden sich die Busse in vielem von den unsrigen. Fenster gibt es meist nicht. Bei starkem Regen lassen die Fahrgäste Plastikplanen herunter, welche an den Seiten der uralten Fahrzeuge befestigt sind. Haltewünsche äußern die Fahrgäste über eine lange Leine, die durch den Innenraum des Busses gespannt ist. Einmal daran gezogen, ertönt vorne beim Busfahrer ein lautes Geräusch, welches dafür sorgt, das dieser die nächste Haltestelle ansteuert.

Es ist mir weitgehend unklar, mit was die Fahrzeuge betankt werden. Der dicke, scharze Rauch, der hinten aus dem Auspuff kommt, ist jedenfalls alles andere als gesund.

Der Busbahnhof von Suva.

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