Veröffentlicht am 5 Kommentare

WordPress-Themes und Plugins einfach übersetzen

WordPress lässt sich über unzählige Designvorlagen an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Leider werden die meisten dieser sogenannten Themes nur mit englischen Sprachdateien ausgeliefert. In diesem Artikel erkläre ich, wie ihr diese ganz leicht übersetzten könnt.

Noch vor einigen Jahren habe ich mich durch unzählige Code-Zeilen der Themes gewühlt und dort die englischen gegen deutsche Begriffe getauscht. Das ist heute zum Glück nicht mehr nötig. Inzwischen gibt es zwei verschiedene Wege, um deutsche Sprachdateien für den eigenen Blog zu erzeugen:

  1. mittels eines externen Programms
  2. mit einem ein Plugin, das in WordPress installiert wird

Ich habe mit der ersten Lösung die besten Erfahrungen gemacht, weshalb ich sie hier auch an oberster Stelle vorstelle und empfehle. Und zwar am Beispiel des aktuell von mir verwendeten Themes Cover. Es ist sehr minimalistisch und schick, liegt aber derzeit nur in einer englischer Version vor.

Die meisten Themes verfügen inzwischen über Sprachbibliotheken im GNU-gettext-Format. Diese sind an den Dateiendungen .pot, .po und .mo zu erkennen und finden sich im Ordner „languages“ des jeweiligen Themes (der komplette Pfad lautet „/wp-content/themes/THEME_NAME/languages“). Ganz selten heißt der Sprachenordner auch mal „lang“. Von den Dateien im Ordner ist die .po- oder pot-Datei die wichtigste für unsere Übersetzung. in meinem Beispiel lade ich also die cover.pot-Datei mit einem FTP-Programm wie beispielsweise Cyberduck herunter.

Die Übersetzung mit Poedit

Poedit ist sehr übersichtlich gestaltet und erschließt sich auch Laien sofort.
Poedit ist sehr übersichtlich gestaltet und erschließt sich auch Laien sofort.

Um diese anschließend bearbeiten zu können, ist ein weiteres Programm nötig. Es heißt Poedit und ist ebenfalls kostenlos. Einmal installiert, lassen sich mit dem kleinen Helferlein ganz leicht deutsch Sprachvesionen für ein Theme, aber auch für Plugins erstellen. Dazu öffnet man die .pot oder .po-Datei. Zunächst fragt das Programm, für welche Sprache eine Version erstellt werden soll. Anschließend erhält man eine Liste aller übersetzbaren Phrasen des jeweiligen Themes. Klickt man eine davon an, kann man umgehend eine Übersetzung eintragen. In einigen Fällen schlägt Poedit sogar eine deutsche Entsprechung vor, was die ganze Arbeit erheblich beschleunigt. So arbeitet man sich einfach von oben bis unten durch die ganze Liste durch. Sind alle gewünschten Begriffe übersetzt, erhält man durch klick auf Speichern alle für die Lokalisierung nötigen Dateien. In meinem Fall sind das die de_DE.mo- und die de_DE.po-Datei. Diejenigen, denen das zu aufwändig ist, können die deutschen Sprachdateien für das Cover-Theme hier herunterladen.

Die Dateien lade ich anschließend mit meinem FTP-Programm in das gleiche Verzeichnis, aus dem ich die ursprüngliche .pot-Datei heruntergeladen habe. Noch besser ist es, die Dateien in dem von WordPress vorgsehenen Sprachverzeichnis /wp-content/languages/themes oder /wp-content/languages/plugins abzulegen.

Natürlich lassen sich auf diesem auch für andere Sprachen Übersetzungen erzeugen. WordPress wird so richtig multilingual. Manchmal verfügen Themes aber leider nicht über eien .pot-Datei, welche die Übersetzung sehr einfach macht. In diesem Fall hilft die kostenpflichtige Pro-Version von Poedit. Sie kann alle übersetzungsfähigen Phrasen eines Themes auslesen und eine Sprachdatei erstellen, die dann übersetzt werden kann.

Die Übersetzung mit einem Plugin

CodeStyling Localization erkennt übesetzbare Sprachdateien automatisch.
CodeStyling Localization erkennt übesetzbare Sprachdateien automatisch.

Ebenfalls kostenlos und ohne externe Programme lassen sich Sprachdateien direkt in WordPress übersetzen. Alles, was man dazu benötigt, ist ein Plugin. Lange Zeit war eines mit dem Namen CodeStyling Localization das beliebteste. Leider haben es die Entwickler zuletzt 2013 aktualisiert, weshalb es offiziell nur bis zur WordPress-Version 3.5.2 getestet ist und deshalb inwischen auch nicht mehr bei wordpress.org erhältlich ist. Bei den Entwicklern kann man es aber immer noch herunterladen und anschließend in sein WordPress installieren. Anschließend findet es sich im Administrationsbereich, also dem Dashboard, unter dem Menüpunkt Werkzeuge -> Lokalisierung. Einmal gestartet, erkennt CodeStyling Localization, ob für ein Theme oder Plugin übersetzbare Sprachdateien vorliegen und listet diese auf. Um diese bearbeiten zu können, muss man sie zunächst von CodeStyling Localization einlesen. Wenn für die gewünschte Sprache noch keine Sprachdatei vorliegt, fügt man mit „Neue Sprache hinzufügen“ eine hinzu und bearbeitet diese anschließend. Leider funktioniert dieser tendenziell einfachere Weg mal besser, mal schlechter. CodeStyling Localization scheiterte bei mir öfter am Einlesen der Sprachdateien, während es unter gleichen Bedingungen bei anderen Versuchen auf Anhieb klappte.

Mit Loco Translate lasen sich Themes und Plugins bequem im Administrationsbereich von WordPress übersetzten. Zumindest in der Theorie funktioniert das ganz gut.
Mit Loco Translate lasen sich Themes und Plugins bequem im Administrationsbereich von WordPress übersetzten. Zumindest in der Theorie funktioniert das ganz gut.

Eine aktuellere Alternative zu CodeStyling Localization ist das kostenlos bei WordPress.org erhältliche Loco Translate. Auch mit diesem Plugin lassen sich Themes, Plugins oder gar WordPress übersetzen. Nach der Installation findet es sich im Dashboard ganz unten links im Menüpunkt Loco Translate. Die Einstellungen können so belassen werden, wie sie sind. Um für das gewünschte Theme eigene Sprachversionen anzulegen, geht man auf den Punkt „Übersetzungen verwalten“ und erhält ebenfalls eine Liste übersetzbarer Dateien, die man abarbeiten kann. Liegt noch keine vor, kann Loco Translate diese auf Wunsch auch selbst erstellen. Theoretisch jedenfalls. Ähnlich wie mit CodeStyling Localization hatte ich auch mit Loco Translate immer wieder Probleme, ohne dass die Ursache dafür erkennbar wäre. Deshalb empfehle ich die Übersetzung mit Poedit. Sie hat immer funktioniert.

Teile diesen Beitrag

5 Gedanken zu „WordPress-Themes und Plugins einfach übersetzen

  1. Hallo, Matthias! Wenn du neugierig auf alternative Lokalisierungsmodalitäten für die Übersetzung von WordPress Themes bist, empfehle ich dich diese Übersetzungsplattform: https://poeditor.com

  2. Hallo Matthias,
    Ich würde gerne ein WordPress Plugin von Englisch in Deutsch übersetzen. Leider gibt es im Plugin Ordner aber keine .mo .po .pot oder sonstige Dateien. Was kann ich nun tun?
    Beste Grüsse, Andi

    1. Moin Andi.
      Bitte entschuldige die späte Antwort. Ich bin umgezogen und hatte bisher kaum Zeit, mich um die Seite zu kümmern. Was genau möchtest Du denn übersetzen? Theme oder ein Plugin. Lass es mich wissen. Ich werde dann versuchen, Dir zu helfen. Gruß Matthias

  3. Hallo Matthias,
    ein toller Beitrag, wunderbar erklärt. Aber mein Problem läßt sich damit leider nicht lösen. Obwohl in der Übersetzungsdatei (Po) die korrekte deutsche Bezeichnung enthalten ist, bekommt der Betrachter der Seite nur die englische Bezeichnung zu sehen. Ich arbeite mit dem Enfold-Theme und WooCommerce; es scheint so, als würde die Übersetzungsdatei gar nicht angesprochen, denn es werden noch einige weitere Übersetzungen beim Aufruf der Seite nicht angezeigt. Andere Übersetzungen hingegen schon. Können Sie mir helfen? Danke Rudolf

    1. Moin Rudolf.
      Das ist wirklich merkwürdig. Können Sie mir sagen, um welche Seite es sich handelt. Ich schaue dann mal, ob und wie ich helfen kann. Gruß Matthias

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.